Heilige Metropolie von Piräus: Jesus Christus gehört dem ganzen Menschengeschlecht!


 

Heilige Metropolie von Piräus

Piräus, den 28. Februar 2019

Jesus Christus gehört dem ganzen Menschengeschlecht!

Unser Herr Jesus Christus stellt für die Geschichtsschreibung seit 2000 Jahren ein „Zeichen, dem widersprochen wird“ (s. Lk 2,34) dar. Die Persönlichkeit, die von Milliarden von Menschen verehrt wurde und immer noch verehrt wird ist gleichzeitig die Persönlichkeit mit den schärfsten Polemikern in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart. Wie ein neuer, strahlender Stern erschien Er in der Menschheitsgeschichte, um die sonnenlose geistige Finsternis der vorchristlichen Welt zu erhellen. Die erdrückende Mehrheit der Menschen, die „gesunde spirituelle Augen“ besitzen, schauen ihm entgegen und erhalten göttliche Erleuchtung. Diejenigen aber, denen es an „gesunden geistigen Augen“ fehlt, werden vom Licht geblendet und wenden ihren Blick von Ihm ab. Es sind seine ewigen Feinde, die sich seit zwanzig Jahrhunderten vergeblich darum bemühen, Ihn vom Thron der Herzen Seiner Gläubigen zu stoßen. Das Gegenteil ist der Fall: Ihre Polemik und die übrigen von ihnen verwendeten Mittel führen nur dazu, dass der Glaube an Ihn an Stärke gewinnt! Das gigantische Wunder der Geschichte lautet, dass eine Persönlichkeit, die seit zweitausend Jahren bekämpft wird, und zwar aufs äußerste, und der Vernunft nach schon längst in Vergessenheit hätte geraten und als vermeintlich größter Irrlehrer und schrecklichster Feind der Menschheit „ad acta“ der Geschichtsschreibung hätte gelegt werden müssen, wie es mit anderen der Fall war, bei denen es sich in der Tat um Irrlehrer und Verderber handelte. Die Pfeile Seiner Feinde können Ihm nichts anhaben und kehren zu ihren Schützen zurück. Als großes Beispiel unserer Zeit kann hierbei das elende Ende Seiner „Erzfeinde“, den Christen bekämpfenden Marxisten, dienen, die einst „allmächtig“ und Verfolger der Kirche waren, heute jedoch zur Schande der Geschichte verkommen sind!

Es ist augenfällig, dass in unserer Zeit die Massenmedien die „Mission“ des antichristlichen Kampfes übernommen haben; insbesondere große Fernsehsender, internationaler Zuschauerschaft, die zu finsteren Instrumenten des Neuen Zeitalters (New Age) geworden sind, um Zuschauerquoten und Gewinne zu erhöhen, und die widersinnige antichristliche Szenarien erstellen, die sie uns als angebliche „erschütternde Enthüllungen“ präsentieren! Ein solches widersinniges und gleichsam lächerliches Szenario präsentierte das internationale Fernsehnetz „Amazon“ vor Kurzem. Ein geschmackloser Dokumentarfilm, versehen mit gröbsten Lügenkonstrukten. Der Titel lautet: „Jesus Christus war Grieche und nicht Hebräer“. In der Berichterstattung ist zu lesen: „Ein umstrittener Dokumentarfilm von Amazon Prime, mit dem Titel Bible Conspiracies, beschäftigt die öffentliche Meinung in den letzten Tagen. Der Dokumentarfilm untersucht die Frage, ob Christus Grieche und nicht Hebräer war. Auch wird behauptet, dass es sich bei ihm und Apollonios von Tyana um ein und dieselbe Person handelte. Die Dokumentation bestreitet nicht, dass Jesus eine historisch existierende Person war, behauptet jedoch, dass derjenige, der im Neuen Testament als Sohn Gottes präsentiert wird, in Wirklichkeit Apollonios war“ (s. https://www.maxmag.gr/politismos/istoria/itan-o-christos-ellinas/). Weiterhin geht aus anderer Veröffentlichung Folgendes hervor: „Es bestehen beeindruckende Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Personen. Die Dokumentation bestreitet nicht, dass Christus existierte. Aber sie stellt die Erhebung an, dass die Person, die im Neuen Testament als Sohn Gottes beschrieben wird, Apollonios sein könnte“ (s. https://www.athensvoice.gr/world /518615 _daily-mail-o-hristos-itan-ellinas-kai-ohi-evraios-video).

Das bereits erwähnte Fernsehnetz ist in dieser Frage jedoch beileibe kein Bahnbrecher, denn der Versuch eines Vergleiches und der Gleichsetzung mit dem griechischen Philosophen Apollonios von Tyana ist keineswegs neu. Er ist sehr alt und ist bereits in den ersten Jahrhunderten des Christentums anzutreffen. Doch zunächst sollten wir darauf eingehen, wer Apollonios von Tyana überhaupt war, den einige vollkommen willkürlich und ohne den kleinsten Beleg mit Christus gleichsetzten. Es handelte sich um eine „finstere Gestalt“, die wahrscheinlich Ende des ersten oder zweiten Jahrhunderts n. Chr. lebte, wenn es sie überhaupt tatsächlich gegeben hat, und nicht etwa Anfang des ersten Jahrhunderts, wie behauptet. Apollonios stammte nach Überlieferungen aus der Stadt Tyana in Kappadokien, Kleinasien. Bekannt wurde er als Neupythagoreer, Philosoph und Magier. Der Legende nach wirkte er Wunder, wobei sogar von Totenerweckung berichtet wurde. Er führte ein streng asketisches Leben und verbrachte seine Zeit umherziehend und lehrend, dann verschwand er plötzlich auf mysteriöse Weise, wie einige mutmaßen, am Tempel der Athene in Lindos, auf Rhodos. Andere wiederum meinen, dass er in der „heiligen“ Höhle der Diktynna, der Schutzgöttin der wilden Tiere, der Herrin über die wilden Bestien Kretas, von den Priestern als Magier und Räuber gefangengenommen wurde, aber am selbigen Abend mysteriös unter folgenden Gesängen unsichtbarer Jungfrauen verschwand: „Verlasse die Erde, erhebe dich zum Himmel, erhebe dich“. Man sah in ihm einen „Gottmenschen“ und erwartete sein erneutes Erscheinen. Seine Biographie schrieb der Rhetoriker Philostratos, hundert Jahre nach dem angeblichen Todestag, auf Wunsch der Ehegattin des Kaisers Severus Alexander (222-235 n.Chr.), Julia Domna. Die wahren Motive seiner legendenhaften Biographie werden in der Encyclopædia Britannica (2002 Delux Edition) verdeutlicht: Apollonios von Tyana „...wurde während der Römischen Kaiserherrschaft in einen mythischen Helden verwandelt. Die Kaiserin Julia Domna befahl dem Autoren Philostratos, die Biographie des Apollonios zu verfassen und es steht fast außer Zweifel, dass das Motiv dieser Handlung auf ihr Bestreben zurückzuführen ist, den christlichen Einfluss auf die römischen Gepflogenheiten zu bekämpfen(…). Auch ist die Annahme vorherrschend, dass diese Biographie mehr auf Einbildungskraft als auf Tatsachen beruht!“.

Es ist unter den objektiven Geschichtsforschern wohlbekannt, dass während der römischen frühchristlichen Jahre in der griechisch-römischen Welt nicht nur unbeschreibliche Zuchtlosigkeit, sondern auch beispielloser spiritueller sowie religiöser Verfall vorherrschend war. Die existierenden religiösen Strukturen vermochten mit ihrem Synkretismus die Menschen nicht mehr zu inspirieren, die auf der Suche nach wahrer Erlösung waren. Diese fanden sie im verfolgten Christentum, zu dem sich die Massen trotz Verfolgungen mit Begeisterung bekehrten. Als Resultat folgte der Zusammenbruch der Götzenreligionen und für die Priesterschaft der Verlust von Prosperität und Amtswürden. Aus diesem Grund wurden einige mittelmäßige Philosophen hinzugezogen, um die todgeweihte Götzenverehrung zu verteidigen. Einer von ihnen war Philostratos, der eine mythische Biographie über den mysteriösen Magier Apollonios von Tyana schrieb und sich dabei das Leben Christi zum Beispiel nahm. Er wollte auf diese Weise einen „Götzenchristus“ erschaffen, um die Ströme von Gläubigen, die sich zur christlichen Kirche bekannten, zu dämmen. Beim Lesen der „Wunder“ des Apollonios erkennt man unschwer, dass er sich dabei um sehr schlecht umgeschriebene Geschichten aus dem heiligen Evangelium handelt! Die Bemühungen der Götzenverehrer um eine Eindämmung des Stromes zum Christentum hin, die sie dazu veranlasste, eigene religiöse Strukturen mit christlichen Elementen zu vermengen, sind bekannt. Ein Beispiel dafür ist die Erfindung der sogenannten „Mithras-Mysterien“, des persischen Gottes Mithra, im 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr., mit denen man christliche Mysterien (Sakramente) nachzuahmen versuchte. Außerdem scheint an dieser Stelle ebenfalls erwähnenswert, dass der paranoide und religiöse Fanatiker Kaiser Iulianus Apostata (361-363) sich bemüht hatte, erstens eine Götzenreligion mit christlichen Elementen zu erschaffen, nach dem Beispiel der Organisation und Struktur der Kirche, und zweitens den Götzenpriestern die christliche Moral aufzuerlegen!

Christus kann weder verglichen und noch viel weniger gleichgesetzt werden mit verschiedenen menschlichen Persönlichkeiten, unabhängig davon, wie bedeutend sie gewesen sein mögen. Er ist der fleischgewordene Gott, Der Mensch wurde, um die Welt zu erlösen. Jeder Versuch eines Vergleiches und einer Gleichsetzung mit einem Menschen kann nur misslingen. Darüber hinaus ist der Wunsch so mancher „überstolzer Griechen“ in Christus unbedingt einen „Griechen“ erkennen zu wollen nicht nur vergebliche Mühe, sondern auch theologisch falsch, denn Christus gehört keinen Volk, Er kam nicht ausschließlich für ein bestimmtes Volk auf die Erde, aber Er gehört der ganzen Menschheit, Er kam um „den ganzen Adam“ zu erretten.

Zum Abschluss unserer Verkündigung über diese neuveröffentlichte antichristliche Dokumentation möchten wir den Umstand betonen, dass solche „Feuerwerke“ vor christlichen Festen und bedeutsamen Festperioden unserer Kirche keine Seltenheit darstellen. Wir haben das heilige Triodion erreicht, die Pforte, die wir öffnen müssen, um unseren persönlichen Kampf um psychische und körperliche Reinigung und Reue zu führen. Der Teufel tobt, wenn er bemerkt, wie wir uns von seiner Gefangenschaft zu befreien suchen. Deswegen ist er stets bestrebt, ein Gegenmittel für unseren geistigen Kampf ausfindig zu machen und Zweifel gegen unseren Erlöser zu säen. Er animiert andere dazu, Christus Seiner gottmenschlichen Hypostase zu entblößen, durch Lügenmärchen, wie dem besagten lachhaften Dokumentarfilm. Doch sollten sich diejenigen, die sich solche billigen „Feuerwerke“ erdenken und präsentieren, nicht allzu früh freuen, denn nach einem momentanem Knall und Funkeln ist alles wieder ganz schnell erloschen und verschwunden! Christus aber verbleibt gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit” (Heb 13,8), unveränderlich, gänzlich unverwundbar von kleinmütiger menschlicher Niedertracht, während Seine Heilige Kirche bis in alle Ewigkeit unbesiegbar bleibt, denn „die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18)!



Büro für Sektenfragen und parareligiöse Vereinigungen

der Metropolie von Piräus

                                                                                                                                                                                                      https://www.imp.gr/

 

Übersetzung: Alexia Ghika- Kyriazi


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