Hl.
Kloster Paraklitos,
Oropos,
Attika, Griechenland:
Ökumenismus *
Einleitung
Die Orthodoxe Kirche ist von Natur
aus katholisch und offenkundig ökumenisch (universell)[1].
Sie heißt mit offenen Armen alle Völker willkommen, alle Rassen und alle Zeiten
und lädt sie alle ein zu kommen. Christus, ihr Haupt, wendet sich zu jeder Zeit
an die Welt: „Kommt zu Mir, ihr alle", während Er Seine Apostel aussendet,
damit sie das Evangelium der Rettung „allen Völkern" verkünden.
Dieser
Bestandteil und diese inhärente Eigenschaft der Kirche - Ökumenizität oder
Universalität - wird heutzutage von zwei Bewegungen angefochten, die den Geist
dieses Zeitalters zum Ausdruck bringen: Ökumenismus und Globalismus.
Globalismus
wird von mächtigen soziopolitischen Kräften vorangetrieben und zielt hin auf
eine einzige vereinte Menschheit, während der Ökumenismus im religiösen Bereich
aktiv ist, indem er versucht, die Vision eines vereinten Christentums zu
realisieren und letztendlich auf eine einzige Universalreligion, eine „Pan-Religion"
abzielt.
In dieser
Schrift werden wir versuchen, einen Umriß der ökumenischen Bewegung zu
zeichnen, an der die Orthodoxe Kirche teilnimmt, denn für den größten Teil der
Kirche bleibt die Natur und das Werk dieser Bewegung unbekannt, und gewisse
Entwicklungen in den ökumenischen Kreisen haben Ängste aufkommen lassen und
Befürchtungen hervorgerufen.
Es mag
seltsam klingen, doch es ist eine Tatsache, daß der heutige Ökumenismus die
‘ökumenische Natur‘ unserer Kirche bedroht, da er immer mehr in kompromittierende
und synkretistische Taktiken verfällt, die den grundlegenden Prinzipien unseres
orthodoxen Glaubens widersprechen. Wir dürfen nicht vergessen, daß der richtige Glaube die erste und wichtigste
Voraussetzung für die Rettung der Menschheit ist gemäß der göttlich
inspirierten Erklärung: „Wer gerettet werden möchte, ist an erster Stelle
verpflichtet, den katholischen Glauben zu bewahren; wenn er diesen Glauben
nicht sicher und unversehrt bewahrt, ohne zu schwanken, wird er auf ewig
verlorengehen" (Glaubensbekenntnis des
hl. Athanasios von Alexandria).
Wenn daher
die rettende Botschaft der Orthodoxie verdunkelt wird und verlorengeht unter
den verlockenden Botschaften der heterodoxen und nichtchristlichen Religionen
um einer utopischen ökumenistischen Vision willen, dann wird die Hoffnung der
Welt ebenfalls verloren sein.
Das
Heilige Kloster des Parakliten